Fenster – wichtiger Bestandteil einer energetischen Sanierung

Fenster sind im Laufe der Jahrzehnte immer größer geworden. Waren sie früher so klein wie möglich, sind heutzutage ganze Fensterfronten aus Glas keine Seltenheit. Wir Menschen möchten es einfach hell in unseren Wohnungen und Häusern haben.

Haus mit großen GartenteichKneer GmbH Fenster und Türen

Fenster damals und heute

Lange Zeit konnten die Fenster bei diesem Drang nach Licht nicht mithalten und so wurde munter nach draußen geheizt. Fenster gehören zu den größten Wärmelöchern im Haus, durch die jede Menge Energie ungenutzt nach draußen gelangen kann. Der Wärmeverlust bei einer Einfachverglasung ist zehnmal höher als bei einer modernen 3-Scheiben-Wärmeverglasung. Selbst die Zweischeiben-Isoliergläser, die bis in die 1990er-Jahre das Nonplusultra waren, gelten als überholt. Bei ihnen ist der Wärmeverlust zwei- oder dreimal so hoch wie bei einer Wärmeschutzverglasung. Daher gehört bei einer energetischen Sanierung - neben der Wärmedämmung und dem Einbau einer neuen Heizung -immer auch der Austausch der Fenster mit dazu.

Einige Zahlen belegen ganz eindrucksvoll, warum Wärmeschutzfenster heutzutage unbedingt eingebaut werden sollten. Sinkt im Winter das Thermometer draußen auf -10°C, kommt diese Kälte bei einer Einfachverglasung fast komplett drinnen im Haus an, denn dort kann auf der Scheibe dann eine Temperatur von -2°C gemessen werden. Die Raumfeuchtigkeit setzt sich dann als Eisblume auf der Fensterscheibe ab. Das mag zwar ganz romantisch aussehen, doch bei der nächsten Heizkostenabrechnung kommt die böse Überraschung in Form horrender Nachzahlungen. Und auch bei einem Zweischeiben-Isolierglas steigen die Temperaturen an der Scheibeninnenseite an einem frostigen Wintertag nicht über acht, neun Grad. Beschlagene Fensterscheiben sind hier die Folge. Die gibt es bei einem Wärmeschutzfenster nicht, ist dort die Scheibeninnenseite doch fast genauso warm wie der Raum selbst.

Wissenswertes über Wärmeschutzverglasung

Dass moderne Fenster so gut dämmen, liegt an mehreren Dingen. Eine wichtige Rolle spielt jedoch die hauchdünne Beschichtung, die auf die Fensterscheiben aufgedampft wird. Dank dieser Beschichtung können zwar die kurzwelligen Sonnenstrahlen ungehindert ins Gebäude gelangen, die langwelligen Heizstrahlen werden jedoch reflektiert. Sie bleiben also im Raum und sorgen dafür, dass es drinnen immer schön warm bleibt. Weiterhin sorgt eine Gasfüllung im Scheibenzwischenraum für eine gute Wärmedämmung. Es kommen hierfür Edelgase wie Argon, Xenon oder Krypton zum Einsatz. Und je dicker die Gasschicht ist, desto besser dämmt die Scheibe. Da ist es kein Wunder, dass bei Neubauten mittlerweile immer häufiger eine Dreifachverglasung zum Einsatz kommt. Und auch bei einer Fenstersanierung bieten sich die Scheiben an, sofern die Laibung solch eine Tiefe der Verglasung zulässt. Auf jeden Fall schreibt die Energieeinsparverordnung jedoch vor, dass beim Einbau von Fensterscheiben ein U-Wert von 1,3 W/m²K nicht überschritten werden darf. Es geht jedoch noch besser, denn bei Passivhausfenstern liegt der U-Wert ungefähr bei nur 0,80 W/m²K.

In den U-Wert des Fensters fließt neben dem U-Wert des Glases auch der des Rahmens ein. Das macht Sinn, denn durch einen Fensterrahmen sind häufig noch wesentlich höhere Wärmeverluste als durch das Glas zu verzeichnen. Wer schon einmal in einem Altbau mit alten Fenstern wohnte, kennt das Problem. Durch alle Ritzen pfeift der Wind und der Fensterrahmen strahlt im Winter eine größere Kälte als der Kühlschrank aus. Beim Fensterkauf ist daher auch darauf zu achten, dass der Rahmen gut gedämmt ist. Dabei ist es egal, ob man sich für ein Holzfenster, Kunststofffenster oder ein Holz-Alu-Fenster entscheidet. Für alle Rahmenvarianten gibt es auch gedämmte Energiesparfenster. So kann allein nach persönlicher Vorliebe entschieden werden. Holzfenster stehen zum Beispiel für Wohnlichkeit, sind jedoch teuer und bedürfen einer besonderen Pflege. Kunststofffenster hingegen sind fast völlig wartungsfrei und günstiger in der Anschaffung, können aber durch aggressive Sonnenbestrahlung ausbleichen. Die Holz-Alu-Fenster bieten hingegen Wohnlichkeit innen und Wetterschutz außen.

Sonnen- und Schallschutz

Die Aufgabe eines Fensters ist jedoch nicht nur der Wärmeschutz, auch der Sonnenschutz gehört dazu. Gerade die immer größer werdenden Fensterflächen sorgen dafür, dass die Sonne das Haus im Hochsommer immer stärker aufheizt. Es sollte daher beim Kauf darauf geachtet werden, dass die Fenster einen möglichst kleinen g-Wert besitzen. Der g-Wert gibt den Anteil des Sonnenlichts an, der durch die Verglasung dringt. Ein g-Wert von 0,6 bedeutet, dass 60 Prozent der Energie ins Gebäudeinnere gelangt.

Wer in der Innenstadt wohnt, der überlegt sich außerdem, ob er sich Schallschutzfenster einbauen lässt. Diese gibt es in verschiedenen Schallschutzklassen von eins bis sechs, wobei ein Fenster der Schallschutzklasse 6 die beste Schalldämmung verspricht.

Tipp

Beim Einbau von Schallschutzfenstern ist jedoch unbedingt darauf zu achten, dass alle Komponenten des Fensters vom Glas bis zur Abdichtung in Einklang miteinander gebracht werden, um den bestmöglichen Schalldämmeffekt zu erreichen.